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Europa Reisen
Kein anderer Kontinent ist so facettenreich wie Europa, obwohl er, zumindest was die Fläche angeht, nur der zweitkleinste (vor Australien) ist und obwohl er, geologisch gesehen, im Grunde ein Subkontinent Asiens ist. Aber nicht nur die Geographie ist in Europa ziemlich zergliedert zwischen Portugal und Skandinavien scheint der Kontinent zum größten Teil aus Halbinseln und Inseln zu bestehen auch kulturell und sprachlich ist Europa mehr als vielseitig: 730 Millionen Menschen leben in Europa, aufgeteilt auf 43 Länder, in denen 60 verschiedene Sprachen gesprochen werden. Dabei ist gar nicht so sicher, wo man Europa enden lassen soll: Nimmt man den Ural als Ostgrenze, wie das heute überwiegend getan wird, dann gehört über ein Drittel der europäischen Landmasse zu Russland. Und die Übergänge zu den anderen Kontinenten sind fließend, sogar im wahrsten Sine des Wortes: Zwischen der Südspitze Spaniens (Mallorca, Ibiza) und der Nordküste Marokkos liegen nur wenige Kilometer Mittelmeer und Istanbul, das dies- und jenseits des Bosporus liegt, ist zur Hälfte schon asiatisch. Aus touristischer Hinsicht ist Europa so vielseitig, dass es eigentlich nur über Jahre zu erkunden ist. Da sind die Alpen mit ihren vielen Skigebieten und da sind die Badegebiete der Mittelmeerländer (Capri, Sizilien, Korsika, Kreta , Kos, Mykonos , Lesbos, Rhodos, Kroatische Inseln) da sind die kulturellen Schätze, die Metropolen wie Paris, London oder Rom zu bieten haben, und da sind Landschaften, die wie aus sämtlichen Klimazonen zusammengewürfelt scheinen, von den winterlichen Schneewüsten Lapplands bis zu den steppenartigen Trockengebieten Andalusiens. Über mangelnde Vielfalt kann sich Europa also nicht beklagen. Aber was macht das Vielvölkergemisch Europa eigentlich aus? Wenn man den kleinsten gemeinsamen Nenner ausfindig machen will, auf den sich so verschiedene Länder wie Frankreich, Deutschland, Spanien, Italien, Griechenland, Großbritannien, die Länder Skandinaviens und des Balkans im Laufe ihrer langen Geschichte haben einigen können oder müssen, so sind das vor allem das Erbe der griechisch-römischen Antike und der Einfluss des Christentums. Überspringen wir die über eine halbe Million Jahre währende Frühgeschichte Europas, dann landen wir in Griechenland, das im abendländischen Denken einen so wichtigen Eindruck hinterlassen hat, dass es noch immer als Wiege der europäischen Kultur bezeichnet wird und das nicht nur von den Homepages diverser Tourismusbehörden. Vor zweitausend Jahren bekam dann die antike Zivilisation einen neuen Impuls durch das Aufkommen des Christentums, zu dem sich heute drei Viertel der Gesamtbevölkerung bekennen. Und da Entdeckungsdrang und, bestimmt nicht weniger, wirtschaftliche Interessen schon bald dazu führten, dass Europa expandieren wollte, kam das abendländische Gedankengut ab dem 15. Jahrhundert auch nach Übersee in die Neue Welt Amerikas und die Kolonien oder Handelspartner in Afrika und Asien. Aufklärung, Industrialisierung, Kommunismus alles Ideen und Entwicklungen, die in Europa ihren Ursprung hatten, so wie leider auch die beiden Weltkriege made in Europe waren. Heute ist der Kontinent bis auf wenige Staaten zusammengefasst und organisiert in der EU, der seit der Osterweiterung im Jahr 2004 nunmehr 25 Staaten angehören. Gängiges Zahlungsmittel in all diesen Ländern der EU ist der Euro, dessen Einführung auch dazu beigetragen hat, aus Europa eine einheitlichere Wirtschaftszone zu machen. Der ehrgeizigere Anspruch des Projekts EU liegt jedoch darin, die verschiedenen Nationen des gemeinsamen Kulturraums so zusammenzufassen, dass sie auch politisch gemeinsam und übereinstimmend agieren. Bleibt nur zu wünschen, dass es gelingt! Siehe auch: Last Minute Europa
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